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Ein jämmerliches, winziges Etwas stolperte mir am 25. September 2009 direkt vor meine Füße: eine handvoll Katze, Haut und Knochen, dehydriert, verklebtes Fell, verklebte Augen. Schnelle Hilfe tat not. Ich eilte mit dem Winzling zurück ins Haus und stellte ihm ein Gefäß mit Bio Soja-Milch hin, das er tatsächlich leerschlabberte. Als nächstes setzte ich ihn ins Waschbecken mit lauwarmem Wasser und reinigte ihn sanft. Danach fuhr ich zum Tierarzt in meiner Nähe, der auch das Tierheim betreut, in dem einen Tag zuvor drei solcher verlassenen Katzenbabys aus einer benachbarten Scheune abgegeben worden waren. Nach der ersten Untersuchung bekam er, das Jimmy trank gierig seine Milch ca. fünfmal am Tag, ohne Hilfsmittel. Wenn ich wegmusste, steckte ihn immer in die Tasche meiner Latzhose und nahm ihn so überall hin mit. Nachts pflegte er an meinen Hals gekuschelt, fest zu schlafen. Jedenfalls schlief er besser als ich, denn ich wachte immer wieder auf, geplagt von der Angst, ich könnte ihn erdrücken. Aber nichts dergleichen geschah und er wuchs und gedieh. Zweimal mussten wir noch zum Doktor, weil er wie auch meine Hündin anfing, sich dauernd in den Ohren zu kratzen: Milben. Er hatte Chérie damit angesteckt. Als auch diese Quälgeister besiegt waren, stand einer fröhlichen Kindheit nichts mehr im Wege. Inzwischen passte er nicht mehr in meine Brusttasche, aber er fuhr munter und selbstverständlich im Auto mit. Meine Chérie fand es natürlich nicht so toll, dass er zwar bei der Abfahrt zu ihr in den Kofferraum meines Kombi kam, aber dann sehr schnell zu mir nach vorne turnte, während sie hinten bleiben musste. Aber sie nahm es gelassen; so wie sie sich auch seine plötzlichen Überfälle, die oft wie aus dem Nichts kamen, gefallen ließ. Draußen auf der Koppel jagten sich die beiden ungleichen Spielgefährten inzwischen. Ich brauchte keine Sorge mehr zu haben, dass Chéries Ungestüm ihn verletzen oder ihm Angst einjagen könnte. Bei meinem täglichen Pferde Koppel Abäppeln folgte mir Jimmy wie ein Schatten, während Chérie zunächst ihrer Wege ging. Aber irgendwann war es immer soweit, dass Chérie von irgendwoher wie ein Blitz auf Jimmy zuraste, dieser am nächsten Baum hochsprang, abwartete und dann seinerseits hinter dem Hund herjagte.
Bald wird Jimmy fünf Monate alt und ist, dank seines unglaublichen Überlebenswillen, ein prachtvoller Halbstarker mit besten Reflexen und Fähigkeiten geworden.
Jutta Schroer
31.01.2010, 16:52 von admin |
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